Geräte zum Löscheinsatz mit Schaum

SchaumangriffNeben dem Hauptlöschmittel Wasser verfügt die Feuerwehr Ginsheim-Gustavsburg auch über die Möglichkeit Löschschaum zu erzeugen. Schaum ist das einzige Löschmittel, das nicht in fertiger Form auf Löschfahrzeugen mitgeführt wird, sondern erst an der Einsatzstelle erzeugt werden muss. Die Hauptbestandteile des Löschschaums bilden Wasser und Luft. Das Schaummittel wird dem Wasser nur in einer Menge von 1% - 6% zugemischt.

Die Qualität des Schaums ist abhängig von der zugemischten Schaummittelmenge, der Wassertemperatur und dem Druck am Schaumstrahlrohr.

 

 

Vorteile Nachteile

 

- gute Löschwirkung bei Bränden von Flüssigkeiten.

- schwimmt aufgrund seiner geringen Dichte auf Flüssigkeiten.

- hat neben seiner erstickenden auch eine geringe abkühlende Wirkung.

- ist beweglich, das heißt er fließt um Hindernisse herum und dringt in Spalten ein.

- ist in der Lage, auch unzugängliche Räume zu fluten.

- ist elektrisch leitfähig und daher in elektrischen Anlagen nicht einsetzbar.

- kann zu erheblichen Verschmutzungen an Einrichtungsgegenständen oder Lagergut führen.

- birgt je nach Art und Anwendung eine Wassergefährdung in sich.

- Leicht- oder Mittelschaum kann verblasen werden (Thermik, Wind).

 

Löschwirkung

Schaum hat eine sehr geringe spezifische Dichte. Deshalb ist er in der Lage, auf der Oberfläche des Brandgutes eine geschlossene Schicht zu bilden, auch wenn es sich um Flüssigkeiten handelt. Diese Sperrschicht verhindert den Austritt von Dämpfen und Gasen und behindert darüber hinaus noch die Sauerstoffzufuhr zum Brennstoff.

Das Feuer wird also erstickt. Durch seinen geringen Wasseranteil, bezogen auf die bedeckte Fläche, hat der Schaum auch nur einen geringen kühlenden Effekt. Beim Einsatz von Schaum ist es wichtig, dass eine geschlossene Schaumschicht aufgetragen werden kann.

 

Schaumarten bei der Feuerwehr Ginsheim-Gustavsburg

Die Verschäumungszahl (VZ) ist das Verhältnis zwischen Flüssigkeitsmenge (Wasser / Schaummittellösung) und Schaummenge. Die VZ gibt an, um wieviel sich die Flüssigkeitsmenge bei der Verschäumung vergrößert hat. Ergibt z. B. 1l Flüssigkeit unter Zusatz von 200 Liter Luft 200 Liter Schaum, so ist das Verhältnis von Flüssigkeitsmenge und Schaummenge 1 : 200. Also VZ = 200.

Die VZ der Verschiedenen Schäume liegen im Bereich von etwa 4 bis 1000.

 

Schwerschaum = VZ bis 20

Mittelschaum = VZ von 21 bis 200

Leichtschaum = VZ von 201 bis 1000


Geräte zur Schaumerzeugung und Schaumabgabezumischer

Zumischer und D-Ansaugschlauch

Zumischer bringen flüssige Löschmittelzusätze in einem bestimmten Mischungsverhältnis in eine Schlauchleitung ein. Sie werden dabei in die Schlauchleitung zwischen Pumpe und Schaumrohr eingebaut und können sowohl mit Mittel- als auch mit Schwerschaumrohren verwendet werden. Durch das Injektorprinzip wird im Saugraum des Zumischers ein Unterdruck erzeugt und dadurch der Löschmittelzusatz über einen D-Ansaugschlauch angesaugt. Als Ansaugschlauch dient ein transparenter Kunststoffschlauch, der an einem Ende eine D-Kupplung und am anderen Ende mit einer Einkerbung (Verhindert das Festsaugen am Schaummittelbehälter) hat. Eine Zumischregelung ist zwischen 0% und 6% möglich.

Es gibt drei genormte Zumischer.

Z 2 Durchfluss 200l/min C-Festkupplung
Z 4 Durchfluss 400l/min B-Festkupplung
Z 8 Durchfluss 800l/min B-Festkupplun

Schaummittelbehälter

Der Schaummittelbehälter beinhaltet 20l Schaummittel, und ist mit einem Tragegriff und einer gelben Kennzeichnung versehen. Mittels D-Ansaugschlauchs wird das Schaummittel in den Zumischer gesaugt.

Mittelschaumpistole

Die Schaumpistole ist ein praktisches Gerät zur schnellen und einfachen Schaumerzeugung. Sie ist selbstansaugend, mit eingebautem Zumischer und 2 l-Behälter für Schaummittel. Der erforderliche Fließdruck am Schaumrohreintritt beträgt 2-5 bar. Die Schaumpistole hat eine 45- bis 50-fache Verschäumung und eine Löschdauer pro Behälterfüllung ca. 2 min.

Schaumrohrekombischaumrohr

Zur Erzeugung von Löschschaum ist neben dem Zumischer auch ein Schaumrohr notwendig. Dabei ist darauf zu achten, dass immer die gleichen Größen von Zumischern und Schaumrohren verwendet werden, so kann zum Besipiel ein Z 4 (Zumischer/400 l/min) nur mit einem S 4 (Schwerschaumrohr/400 l/min), oder einem M 4(Mittelschaumrohr/400 l/min) verwendet werden. Das Schaumrohr fügt dem Wasser-Löschmittel-Gemisch, welches durch den Zumischer erzeugt wird, zusätzlich Luft hinzu. Erst durch die Luft entsteht Schaum, welcher in Form eines Schaum-Strahls ausgeworfen wird. Es gibt 2 Arten von Schaumrohren. Das Schwerschaumrohr verschäumt mit einer Verschäumungszahl von 12-15. Das Mittelschaumrohr hat eine Verschäumungszahl von 45-60.

 

Weiter gibt es Kombinationsschaumrohre die mit zwei zentrisch angebrachten Schaumrohren ausgestattet sind. Mit dem innenliegenden Rohr wird Schwerschaum, mit dem außenliegenden Rohr Mittelschaum erzeugt. Das vorgemischte Löschmittel fließt je nach Stellung des Umschaltorgans entweder durch das Innen- oder das Außenrohr.

Leichtschaum Generator

Die Erzeugung von Leichtschaum mit seinen Extremen Verschäumungszahlen läßt sich nicht mehr nach den bei Schwer- und Mittelschaumrohren angewandten Injektorprinzip durchführen, vielmehr ist dazu ein spezielles Aggregat, der sogenannte „Leichtschaumgenerator“, erforderlich, dessen Wirkungsweise kurz beschrieben sei.

Über einen Handelsüblichen Zumischer, wird ein Wasser- /Schaummittel - Gemisch hergestellt und dann einem Düsensystem zugeführt. Die Düsen sprühen das Gemisch auf ein Grobmaschiges Siebgewebe. Die auf das Gewebe auftreffende Flüssigkeitströpfchen bilden aufgrund Ihrer geringen Oberflächenspannung zwischen den Gewebemaschen feine Häutchen, die aber sogleich durch einen kräftigen, gegen das Gewebe gerichteten Luftstrom in Form von Schaumbläschen abgelöst werden. Der Vorgang entspricht genau dem Prinzip des bekannten, aus einem kleinen gestielten Ring bestehenden Kinderspielzeuges, mit dem sich nach Benetzen mit Seifenlösung durch Gegenpusten Seifenblasen erzeugen lassen.

Beim Leichtschaumgenerator wird der Luftstrom durch einen motorgetriebenen Ventilator erzeugt. Der Luftstrom drückt den Schaum über großdimensionierte Schläuche, sogenannte Kutten, zur Einsatzstelle.

Die Leichtschaum Generatoren der Feuerwehr Ginsheim-Gustavsburg haben eine Verschäumungszahl von 1000, seltener bei 500 bzw. 333. Die Durchflußmengen beträgt 100, 180, 200, 400, 450 bis 600 l/min.

Als Antriebsaggregate für das Gebläse (Ventilator) wird ein Elektromotor verwendet. Durch seine leichte Bauweise kann der Leichtschaum Generator flexibel eingesetzt werden.