Seminar bei der Adam Opel AG

aermelwappen-kleinSieben Mitglieder der Einsatzabteilung Ginsheim-Gustavsburg (Stadtteil Gustavsburg) machten sich am 23.02.2013 früh morgens auf den Weg zur Werkfeuerwehr der Adam Opel AG. Nach einer freundlichen Begrüßung wurden alle in das Auffinden und die Handhabung von Rettungsdatenblätter eingewiesen. Diese zeigen auf, wo sich an einem Fahrzeug Airbags, Gasdruckfedern, Batterien, Karrosserieverstärkungen und der Tank befinden. Mit diesen Informationen kann die Rettung verunfallter Personen deutlich beschleunigt werden.

Auf die Besonderheiten von Fahrzeugen mit Erdgas, Autogas und Elektroantrieb wurde ebenfalls im Detail eingegangen. Eine Sache haben jedoch alle Fahrzeuge, unabhängig von ihrer Antriebsart, gemeinsam, sie explodieren nicht nach einem Unfall. Auch wenn uns diverse Serien im Fernsehen das glaubhaft machen wollen...

Nach einer Stärkung ging es dann zum praktischen Teil des Seminars über. Ein  Erprobungsfahrzeug wurde unter fachmännischer Aufsicht und nach allen Regeln der technischen Unfallhilfe zerlegt. Mit verschiedensten Geräten wurde die Heck- und Seitenscheiben entfernt. Des Weiteren wurde ein Weg an der Motorhaube vorbei zur Batterie gesucht. Das Öffnen der Heckklappe sowie das Entfernen der Türen auf der Fahrerseite gestaltete sich schwieriger als gedacht. Durch strenge Sicherheitsvorschriften sind moderne Fahrzeuge robuster konstruiert als noch vor wenigen Jahren und bieten größeren Schutz und somit auch Widerstand. Der Ausbilder zeigte, wie man die B-Säule mittels eines Hydraulikzylinders vom Dach abtrennen kann. Dieses Vorgehen stellt eine Alternative zum bisherigen Schneiden dar, denn an der Verbindung von Dach und B-Säule sitzt immer häufiger der Gasgenerator des Kopfairbags, den man nicht zerschneiden sollte. Auf der Beifahrerseite wurde die Hintertür mit einem Spreizer  geöffnet und danach die B-Säule aus der Karosserie getrennt. Dadurch konnten Vorder- und Hintertür auf einmal geöffnet werden, im Fachjargon bezeichnet man dies als "Große Rettungsöffnung". Durch ein Anheben des Geräteträgers konnte ein deutlicher Platzgewinn im Fußraum des Fahrers geschaffen werden. Dieses Verfahren löst das Wegspreizen der Lenksäule bei modernen Fahrzeugen ab. Zum Schluss wurde die Frontscheibe mit einer Glassäge durchtrennt, sodass die komplette Dachkonstruktion abgenommen werden konnte und das Fahrzeug wie ein Cabrio da stand.

Die Bilanz dieses Seminars: sieben weitere Kräfte der Einsatzabteilung haben ihr Wissen zur technischen Unfallhilfe auffrischen und vertiefen können.