Jahresbericht der Freiwilligen Feuerwehr Ginsheim-Gustavsburg: 90 Mal im Einsatz für die Bürger

aermelwappen-kleinInsgesamt 90 Mal musste die Freiwillige Feuerwehr Ginsheim-Gustavsburg im Jahr 2014 zu Einsätzen ausrücken. Dies ist dem Jahresbericht der Feuerwehr zu entnehmen, den der Stadtbrandinspektor, Jürgen Karheiding, dem Magistrat vorgelegt hat.

In dem Bericht wird die Vielfalt der Aufgaben deutlich, mit denen die Feuerwehr im Laufe des Jahres konfrontiert wurde. Bemerkenswert ist, dass nicht, wie man annehmen könnte, die Brandeinsätze den Hauptbestandteil der Einsätze bilden, sondern die Technischen Hilfeleistungen. Diese beinhalten zahlreiche Aufgaben unterschiedlicher Art. So hat die Feuerwehr auch in 2014 wieder Ölspuren beseitigt, Wasser aus vollgelaufenen Kellern gepumpt, umgestürzte Bäume entfernt und in mehreren Notfällen Türen geöffnet, weil eine Person in einer Wohnung dringend Hilfe benötigte.

Die Wehr wird darüber hinaus gerufen, wenn sich Personen im Wasser befinden oder abzustürzen drohen beziehungsweise von einem Dach herunterspringen wollen. Auch diesen Situationen war die Einsatztruppe im letzten Jahr einige Male ausgesetzt.

 

Die Zahl der Brandeinsätze belief sich im Berichtsjahr auf 37, von denen allein 13 durch Brandmeldeanlagen von Firmen oder öffentlichen Einrichtungen ausgelöst wurden. Allerdings gab es, neben kleineren Bränden, wie brennende Müllbehälter, Pkws oder Kaminbränden, auch größere Feuer, die den vollen Einsatz der Feuerwehr erforderten. Im April brannten mehrere Gartenhütten in Gustavsburg. Im Juli mussten die Blauröcke zweimal größere Feuer in einem Recyclingbetrieb löschen und ein paar Monate später noch einmal. Im Oktober brannte in einem Keller eines Hauses in Ginsheim eine Waschmaschine. Die Feuerwehr konnte durch ihren schnellen Einsatz rechtzeitig Schlimmeres verhindern.

Die Zahl der Einsätze war 2014 zwar nicht höher als im Durchschnitt der Vorjahre, allerdings stellte die Verschiedenartigkeit der Aufgaben hohe Anforderungen an die ausschließlich ehrenamtlich tätigen Mitglieder der Feuerwehr. Die großartigen Leistungen der aktiven Kräfte werden oftmals nur bei öffentlichkeitswirksamen Einsätzen wahrgenommen. Dabei geraten ihre eigentlichen Leistungen, sich dauerhaft fit zu halten, sich zu qualifizieren sowie an Übungen, lokalen Einsätzen und an organisatorischen Terminen ihres Verbandes teilzunehmen, leicht in den Hintergrund, schreibt der Stadtbrandinspektor in seinem Bericht.

Aufgrund der sich stets verändernden Anforderungen an die Ehrenamtlichen haben Mitglieder der Feuerwehr an Lehrgängen und Seminaren im Rahmen zusätzlicher Standortausbildungen sowie Ausbildungen auf Kreis- und Landesebene teilgenommen. Diese Maßnahmen erfolgten zusätzlich zu den 63 regulären Ausbildungs- und Übungsabenden, an denen die Mitglieder regelmäßig teilnahmen, sowie den speziellen Trainings- und Fortbildungsstunden wie Maschinistentraining oder Atemschutzübungen. Zu erwähnen ist außerdem, dass der Stadtbrandinspektor und sein Stellvertreter sowie die Wehrführer zusätzlich an 57 Terminen teilnahmen, bei denen sie als Führungskräfte geschult wurden, zu Besprechungen zusammenkamen und Dienstversammlungen besuchten.

Das gesamte Spektrum an Einsätzen, Übungen und Fortbildungsmaßnahmen wird von 92 Mitgliedern beider Stadtteilfeuerwehren geleistet. So anerkennenswert es ist, dass sich so viele Bürgerinnen und Bürger freiwillig für den Dienst in der Feuerwehr engagieren, darf diese Zahl jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass erhebliche Defizite bei der Sicherstellung der Tagesalarmbereitschaft vorhanden sind. So gab unter anderem fehlendes Einsatzpersonal den Ausschlag dafür, dass bei 34 Alarmierungen beide Stadtteilfeuerwehren gleichzeitig gerufen werden mussten.

Seit September letzten Jahres wird die Feuerwehr Ginsheim-Gustavsburg in der Zeit von 6 Uhr bis 18 Uhr zusätzlich von der Feuerwehr Rüsselsheim unterstützt. Eine entsprechende Vereinbarung, die zunächst auf zwei Jahre befristet ist, haben Bürgermeister Richard von Neumann und Oberbürgermeister Patrick Burghardt unterzeichnet.

Mit dem Ziel noch mehr Bürgerinnen und Bürger für den abwechslungsreichen und lohnenswerten Dienst im Brandschutz zu interessieren, startet die Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr in diesem Jahr eine verstärkte Werbekampagne mit Publikationen, Akquisitionsmaßnahmen und Veranstaltungen. Die Stadt wird demnächst noch genauer darüber informieren.